Wie Frauen die Nähe retten

 

 

Die typische Klage der Frau

 

Er meidet die Nähe zu mir!

Mitschwingt oder -klingt unverhohlen: „Dieser Sünder!“

 

Die psychologische Realität:

Keiner meidet die Nähe einer, die sie ihm nicht verleidet hat.

 

Der minimalistische Tipp

Machen Sie die Nähe zu Ihnen für ihn (wieder) erfreulich, dann sucht er sie (wieder) von allein!

 

Erweiterung des Adressatenkreises für den Tipp:

Offensichtlich ist der gleiche Ratschlag für diejenigen Frauen angebracht, deren Klage lautet:

Keiner bleibt länger an meiner Seite!

 

Erläuterung:

Er hat nicht einen selektiven psychologischen Knacks entwickelt, der bewirkt, daß er die Erfreulichkeit der Nähe zu ihnen nicht mehr spüren und schätzen würde, wäre sie noch immer gegeben.

Er ist noch immer so intelligent und vernünftig gestrickt, daß er sich die Stimmung nicht grundlos verderben läßt, wenn er es vermeiden kann.

 

Der erwartbare Einwand dazu lautet:

Aber ich habe gute Gründe, ihm die Stimmung zu verderben!

 

Die Entkräftung des Einwands:

Es ist gleichgültig, ob Sie gute, schlechte oder gar keine Gründe dafür haben.

Er ist in keinem dieser Fälle deshalb zum Masochisten mutiert.

 

 

Kurzanleitung zur Rettung der Nähe

 

Drei nüchterne Überprüfungen

Drei nüchterne Überprüfungen ergeben die notwendige lapidare Einsicht für die Durchführung der simplen Rettungsaktion:

  1. Wieviel Prozent der Zeit des Zusammenseins waren Sie in den ersten 3 Monaten nach dem Ende der Verliebtheitsphase in schlechter Stimmung?
  2. Wieviel Prozent waren Sie es in den letzten 3 Monaten vor seinem Rückzug?
  3. Vergleichen Sie die Prozentsätze!

Jetzt wissen Sie, was los ist.

Oder ist es für einen Mann erfreulich, wenn die Frau in seiner Nähe in schlechter Stimmung ist?

 

Drei Überprüfungen – zweiter Durchgang

Zur Konkretisierung und Erweiterung des Verständnisses noch einmal drei Überprüfungen:

  1. Wie oft und wie intensiv haben Sie in den ersten 3 Monaten nach der Verliebtheitsphase ihn kritisiert (und/oder gekebbelt, gekeift, sich bei ihm beklagt, ihm Vorwürfe gemacht)?
  2. Wie oft und wie intensiv in den letzten 3 Monaten vor seinem Rückzug?
  3. Vergleichen Sie die Häufigkeiten und die Intensitäten!

Jetzt wissen Sie noch konkreter, was los ist.

Denn das Abturnendste, was eine Frau in seiner Nähe ihm bieten kann, ist für einen erwachsenen Mann die uneingeladene Leistungsbewertung, egal ob positive oder negative Noten vergeben werden. Egal unter welchem Vorwand, am schlimmsten unter dem, „ich mein‘ es doch nur gut mit dir, ich will dir doch nur helfen“.

Oder hat er einen pädagogischen Vertrag mit Ihnen unterzeichnet, in dem Sie als seine Erzieherin eingesetzt wurden?

Oder einen Life-Coaching – Kontakt, mit dem er Sie als seinen Coach engagiert hat?

Kebbeln, Keifen, sich Beklagen, Vorwürfe Machen, das sind stilistische Formen und Methoden der pädagogischen Intervention der Erzieherin an den Zögling.

Sie benutzen den Einflußhebel des schlechten Gewissens, zu dem er neigt. Die moralische Erpressung in allen möglichen Facetten und Nuancen ist die bewährte Grundlage der Manipulation des Mannes seitens der Frau, ihr ihren Willen zu tun.

Diese effiziente Methode hat bloß den Preis, ihm die Freude an der Nähe der zur Erzieherin sich erhebenden einstigen Geliebten zunehmend zu verderben.

Sobald er aus kann, ist er weg. Wenn nicht äußerlich, dann innerlich.

 

Wieder zur Nähe verführen

Die Rückkehr zur Attraktivität der Nähe beginnt mit dem Verzicht auf das Zurückstoßende.

Stoppen Sie für mindestens zwei Wochen die schlechte Stimmung, wenn er in der Nähe ist!

Stoppen Sie außerdem zugleich damit die verschiedenen Stilformen der Erziehung!

Erste Resultate in seinem Verhalten müßten sich dann erkennen lassen.

Wenn nicht, mit Sicherheit nach vier Wochen der Übung.

 

Ab dann wissen Sie, wie sehr Sie es in ihrer eigenen Hand haben, wieviel Nähe er sucht oder meidet.

 

 

Warum sollte immer sie schuld sein?

Die Frage, wer mehr – oder eigentlich wirklich – schuld ist, sowie die Frage von Henne und Ei, wer hat mit dem sich steigernden Kreislauf von Bedrängen – Entziehen – noch mehr Bedrängen – noch mehr Entziehen angefangen, ist unerheblich für die Lösung des Problems.

Das eigene Verhalten ist bei mündigen Erwachsenen immer in der eigenen Verantwortung.

Daher ergibt die zweimalige Duchführung der drei Überprüfungen genug Auskunft darüber, ob sich der einseitige Rettungsversuch durch Verzicht auf abschreckendes Verhalten auszahlen könnte.

Wo das abschreckende Verhalten nicht gesteigert wurde, dort bleibt nur die Hypothese, daß es am Anfang zum Ausgleich genug anderes für ihn erfreuliches Verhalten von ihrer Seite her gab, das kurz vor dem Rückzug aufgegeben oder deutlich eingeschränkt wurde. Sodaß sich die Rechnung bei gleichbleibenden Abschreckungsgrad für ihn nicht mehr auszahlte.

Aber das wäre ein nächstes Kapitel und ein nächster Artikel.

Es kann – als weitere Hypothese – ein übergeordneter Zweck weggefallen sein, für den er gute Miene zum als böse erlebten Spiel gemacht hatte. Das regelhafte Beispiel: die Kinder sind inzwischen alt genug, um eine eventuelle Trennung der Eltern halbwegs gut verkraften zu können.

Das wäre ein weiteres Kapitel.

 

Des häufigen Pudels Kern

Sie meint mit „Nähe“, Zeit damit zu verbringen, über Gefühle zu reden, über ihre speziell, und – auf ihr Bedürfnis hin auch unversehens und hochnotpeinlich im Verhörstil zu jeder Tages- und Nachtzeit – über seine ihr gegenüber.

Sie beklagt also, daß er sich weigert sich von ihr zur Rede stellen zu lassen.

Das fällt unter: sich von ihr behandeln zu lassen, als wäre er ihr Zögling und ihr daher auskunftspflichtig und rechenschaftspflichtig über seine Motive.

Erwachsene nehmen einander prima facie bei ihrem Verhalten und respektieren, daß der andere schon seine guten Gründe dafür haben wird, die einen nichts angehen.

Und wenn er sie einem nicht aus freien Stücken erzählt, fragt man ihn nicht danach.

Das wäre aufdringlich und überheblich.

Nur die Kinder sind dazu verpflichtet, weil die Erwachsenen ihre Moral kontrollieren und sie zum guten Willen erziehen müssen.

Und selbst bei Kindern respektiert man, wenn sie verschlossen sind, solange sie sich entsprechend gut benehmen und einem keine Sorgen bereiten.

Nur in der Gardinenpredigt fragt man, mehr oder weniger rhetorisch:

„Was denkst du dir eigentlich dabei, wenn du mir so etwas anschauen läßt?“

Und nur als Zeichen des guten Willens zur Reue und Besserung verlangt man vom Kind, einem zu versprechen, daß es so etwas „nie wieder tun wird“.

 

Körperkontakt übertrumpft Gesprächskontakt

Immer gut zu erinnern ist:

Spontan und instinktiv drücken Männer ihre Freude an der Nähe zu einer Frau lieber dadurch aus, daß sie ihr leibhaftig nahetreten, als dadurch, es auf sich nehmen, daß sie ihnen im Gespräch nahetritt!

Gäbe es einen Wettbewerb des Frauenteams mit der Strategie „Nähe durch Gespräch Herstellen“ gegen das Team mit der Spielstrategie „Nähe durch zur Nähe Verführen“, gewännen die letzteren 9 von 10 Spiele, und zwar haushoch.

Das Körperkontaktteam läßt dem Gesprächskontaktteam keine Chance.

 

 

 

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