Seien Sie aufdringlich, Monsieur!

Der Mann, der sein Y-Chromosom wert ist, ist nicht nur auf-, zu- und eindringlich, sondern außerdem noch lästig.

Die Penetranz ist das Wesen der Penetration!

Die Penetration ist das Wesen des Männlichen!

So plakativ darf und muß man es sich vergegenwärtigen, will man den Dingen auf den Grund und dem Weiblichen nicht auf den Leim gehen.

„Sei nicht so aufdringlich!“, ist die Mahnung der Erzieherin, damit sie sich und ihresgleichen der Brisanz der Entscheidung zum Nachgeben oder Widerstehen entziehen kann – mitsamt ihren drastischen Folgen, wenn sie – so oder so – praktisch umgesetzt wird.

Sich nicht – erkennbar – Aufdrängen ist das Prinzip, mit dem sie sich die scheinbare Statusüberlegenheit ihm gegenüber verleiht, sodaß scheinbar gilt:

„Du erhoffst meine Gunst, nicht ich die deine!“

Das ist gut fürs Ego, aber mehr als das: Der Instinkt verlangt es, daß alles biologisch ordnungsgemäß abläuft, und daher das Werberitual des den Hof Machens, bis sie sich ergibt, eingehalten wird. Nur der lästige Verehrer hat eine reelle Chance bei ihr; das halten schon die Steingeiß und der Steinbock so.

Woraus ersichtlich ist, daß es nach der Heirat nicht nur biologisch obsolet geworden ist, sondern der Realität der vereinbarten prokreativen Kooperation als Elternpaar widerspricht.

Noch klarer wird der geradezu famose Irrtum des heute konformen oder gar konformistischen Mannes, der, nicht nur, der potentiellen und aktuellen Penetrablen gegenüber aufs Penetrante zu verzichten, sich als Frömmigkeit anrechnet, sondern auch als Vater sich seinen Kindern nicht aufdrängen will.

Im Unterschied zur genitalen Penetratorenposition, deren Einnahme er sich zuerst verdienen muß, ist die geistige und seelische des Vaters zum Kind eine, die ihm von vornherein zukommt, und in den biologischen Fakten und biologisch-sozialen Grunddeterminanten des Großziehens von Kindern als notwendig angelegt.

Die zeitgeistig und zeitgeistlich konstellierte Position dessen, der sich seine Vaterwürde und seine Vaterrechte von Tag zu Tag neu verdienen muß, soll oder gar möchte, ist eine kontrabiologische und kontrasoziale wie kontraspirituelle.

Sie ist für die weitere kulturell determinierte Evolution des Homo Sapiens sowohl im rationalen wie auch im moralischen Sinne existentiell kontraindiziert.

 

Warum, zum Teufel, ist sie dann schon so lange modern?

Die Frage läßt sich – wie so viele, wenn nicht alle Modefragen – mit der Beantwortung der Gegenfrage, „Cui bono?“ beantworten.

Und wie immer gilt: Die erste Runde der Erkenntnis ist immer nur die Eröffnung des ersten weiteren Einsichtshorizonts.

 

 

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