Renitente Jugend

Realsatire oder satirischer Naturalismus, fragte die Sphinx.

Ich möchte das hier so stehen lassen. Naseweise zu ergänzen, daß das eine das andere nicht ausschließt, im humoristischen Glücksfall sogar komplementiert und komplettiert, käme mir kindisch vor.

Junge Österreicher sehen arbeitende Mütter skeptisch
28.09.2016 | 14:25 |  (DiePresse.com)
Leidet ein Vorschulkind, wenn seine Mutter außer Haus arbeitet? 42 Prozent der jungen Österreicher stimmen dem zu. Noch strenger urteilen Osteuropäer.

Dass arbeitende Mütter – noch immer – oft kritisch beäugt werden, ist kein Geheimnis. Wie stark die Skepsis aber unter der jüngeren Bevölkerung ausgeprägt ist, mag aber doch uns Intellektuelle und Aufgeklärte  überraschen: Ganze 42 Prozent der Österreicher unter 45 Jahren sehen eine Erwerbstätigkeit von Müttern kleiner Kinder kritisch. Sie stimmten laut dem Generations and Gender Survey der Ansicht zu, „dass ein Vorschulkind leidet, wenn seine Mutter arbeitet“. Damit liegt Österreich im Mittelfeld von 16 Staaten. Besonders kritisch werden arbeitende Mütter in Ungarn gesehen, am unkritischten sind Estland und Norwegen.

Für ihre Studie „Attitudes towards Parental Employment“ verglichen die Demografinnen Isabella Buber-Ennser (Institut für Demographie der Österreichischen Akademie der Wissenschaften) und Ralina Panova (Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung Wiesbaden) die Einstellungen von mehr als 80.000 Menschen im Alter von bis zu 45 Jahren in 14 europäischen Ländern sowie Australien und Japan.

Ungarn sind am konservativsten

Am kritischsten sahen die Ungarn die Berufstätigkeit von Müttern: Im Nachbarland glaubten vier von fünf Befragten, dass Kinder in diesem Fall leiden. Mehrheitsmeinung ist das auch in Georgien (72 Prozent), Russland (64 Prozent), Bulgarien (62 Prozent), Polen (57 Prozent) und Litauen (56 Prozent).

Im Mittelfeld liegen das wegen der unterschiedlichen kulturellen Prägungen separat erfasste Westdeutschland (46 Prozent), Australien, Rumänien (je 45 Prozent), Österreich (42 Prozent) sowie Tschechien und das für seine hohe Erwerbstätigkeit unter Müttern bekannte Frankreich (je 41 Prozent).

Weniger Probleme für die Kinder aufgrund der mütterlichen Berufstätigkeit sehen dagegen die Eltern in Belgien (29 Prozent), Japan (24 Prozent), Ostdeutschland (19 Prozent), Estland (18 Prozent) und Norwegen (elf Prozent).

Männer sehen arbeitende Mütter kritischer

In fast allen Staaten standen die Männer berufstätigen Müttern kritischer gegenüber als Frauen – am höchsten war der Geschlechterunterschied dabei „erstaunlicherweise in Norwegen, einem der Vorreiter in Sachen Gleichberechtigung“, schreiben die Forscherinnen im Newsletter „Demografische Forschung aus erster Hand“.

Nicht weiter ausgeführt haben sie die bedenkliche Konfliktlage in der norwegischen Gesellschaft, die sich im Grunde und laut Verfassung als eine demokratische identifiziert. Im hohen Norden lassen sich die Männer offenbar leichter öffentlich mundtöten als im leidenschaftlicheren Süden und Osten Europas.

Aber auch in Österreich und Westdeutschland gingen die Meinungen der Geschlechter zu dem Thema stark auseinander.Genaueres wollen wir ihnen darüber nicht angeben, die Zahlen könnten sonst dazu mißbraucht werden, die einigermaßen anlaufende Erholung der österreichischen Wirtschaft zu gefährden.

Auf der anderen Seite stehen Australien, Bulgarien und Georgien – in diesen Ländern waren die Männer sogar unkritischer eingestellt als die Frauen. Mehr brauchen Sie auch darüber nicht wissen, sonst bagatellisieren Sie das globale historische Nachhinken der Männer hinsichtlich der Toleranzentwicklung.

Bei den wissenschaftlich qualifizierten Lesern möchten wir uns hiermit entschuldigen, Links zur Studie und ihrer Präsentation halten wir aus dem hohen Ethos unseres Blattes, das sich von Anfang an dem Qualitätsjournalismus verpflichtet gefühlt hat, für populistisch und unter unserer Würde.

(pcl)

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Zwecks Vergleichen mit dem Originalwortlaut des Artikels: http://diepresse.com/text/home/bildung/schule/5092707

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