Basiswissen PaarEinsPsy Stufe 1

Männerspiel und Frauenspiel

 
Männer spielen Mann anders, als Frauen Frau spielen.
 
Keine großartige Erkenntnis, sie spielen auch Tennis und Börse anders?
Nein – das Bagatellisierungsargument ist innerhalb der vorweggenommen Logik der Erläuterung!
Seine Anwendung vom Ballspielen zum Geschlechtsrollenspielen hat sich aus der Reihe der nicht großartigen Erkenntnisse ausscheiden lassen, das ist das hier zu korrigierende Element des salonfähigen Dummen.
 
Die Männerrolle verlangt ein anderes Spiel als die Frauenrolle.
Die Figur bestimmt, wie sie gespielt werden muß, nicht der Schauspieler.
Der Schöpfer der Figur bestimmt ihre Charakteristika, nicht der Dramaturg.
Die Charakteristika der Figur ergeben sich aus den Handlungen und Dialogen in den Szenen, nicht aus einer Figurbeschreibung.
 

Der Mann dient seiner durch die Aufgaben bestimmten Rolle, die Frau ihrer.(*)

Seine Aufgaben sind politische und kulturelle, auf die gesamte Gemeinschaft bezogene, nach den Notwendigkeiten und Idealen des für alle Besten. Das Persönliche ist dafür nur in seiner Dienlichkeit oder Hinderlichkeit von Bedeutung, und daher stehen seine Bedürfnisse und Wünsche an untergeordneter Stelle für ihn.

Ihre Aufgaben sind persönliche und biologische (das bedeutet zugleich unmittelbare soziale) für die prokreative Einheit, das auf die gesamte Gemeinschaft Bezogene ist dafür förderlich oder hinderlich, und daher stehen politische und kulturelle Belange an untergeordneter Stelle für sie.

Sein Dienst ist ein unpersönlicher, er ist austauschbar und ersetzbar, es kommt auf sein Wohl und Wehe als solches nicht an. Ihr Dienst ist ein persönlicher, sie ist nicht austauschbar oder ersetzbar, ihr Wohl und Wehe bestimmt als solches ihre Leistung.

Das ergibt sich präkulturell und schicksalhaft aus der biologischen Ungleichung, daß ein Mann mit zehn Frauen zehn Kinder in einem Jahr zeugen und auf die Welt kommen sehen kann, aber zehn Männer mit einer Frau nur eines.

In angebrachter Präzisierung ist zu ergänzen: ein alterschwacher und kranker Mann mit zehn jungen, starken und gesunden Frauen auf der einen Seite der Ungleichung und zehn junge, starke und gesunde Männer mit einer jungen, starken und gesunden Frau auf der anderen.

Die Spitze der ungleichen Beteiligung und der ungleichen Voraussetzungen der Geschlechter zum Erfolg der Fortpflanzung zeigt sich in der Gegenüberstellung bei der einfachen Umkehr der Geschlechtszugehörigkeit bei Gleichhaltung der polaren individuellen Eigenschaften:

Ein altersschwacher, kranker Mann mit zehn jungen, gesunden und starken Frauen gegenüber zehn jungen, gesunden und starken Männern mit einer altersschwachen, kranken Frau ergibt als Resultat: 10 : 0 (!)

Die Evolution als ultimativ erfahrungsreiche funktionale Intelligenz könnte es sich nicht leisten und riskiert es nicht, daß die biologisch erfolgreichen instinktiven Positionierungen der Gewichtung der Aktionsfelder der Geschlechtsrollen für ihre Spieler, das Primat des Politischen (im weiteren Sinne) für den Mann als Person und Individuum und konträr dazu das Primat des Persönlichen für die Frau als Person und Individuum, durch Lebenserfahrungen und Kulturcharakteristika einer Epoche an Kraft oder Konsequenz einbüßen.

Der Versuch, dem Menschen seine biologisch funktionale Rollenspielweise auszutreiben und ihm eine auf ideologischer Basis favorisierte einzubläuen, ist ein unreflektierter Versuch zu seiner Schwächung und letztlichen Ausrottung.

Alles, was biologisch funktional ist, ist apriori sozial funktional. Das sozial Funktionale ist apriori psychisch funktional, das heißt, grundlegende Zufriedenheit und Lebensfreude mit uneingeschränktem Lebensmut und tragender Zukunftshoffnung, der Drang, alles immer weiter zu verbessern und zu verschönern, halten das Individuum und die Gesellschaft in der den Fortschritt der Kultur ermöglichenden Verfasssung.

Der unsere Erfolgsstrategie in der Evolution der Arten ausmacht. Das stimmt – aber so salbungsvoll endet die Erläuterung nicht, noch etwas Konkretes:

Es ist viel leichter, mit Frauen umzugehen als mit Männern.

Naturgemäß. Bei den Männern muß man immer die Ehre und die Würde beachten, bei den Frauen genügt, auf die Ausstrahlung zu achten.

Die Frau strahlt methodisch, taktisch und strategisch aus, wovon sie sich den aus der Situation möglichen, besten Effekt auf ihr Wohl erwartet, sei es momentan, kurz-, mittel-, lang- oder galgenfristig. Wenn sie eine würdevolle Behandlung wünscht, merkt man das, spätestens dann, wenn man unwissentlich die Rahmenrichtlinien ihrer Direktive überschreitet. Wenn sie eine würdelose vorzieht, genauso.

Selbst wenn sie einen merken läßt, daß man nicht wissen soll, woran man bei ihr ist, sorgt sie in ihrer eigenen konsequenten Regie dafür, daß man genau das auch tatsächlich merkt und nicht etwa etwas anderes, das sich anmerken zu lssen ihr keinen Vorteil, wenn nicht gar einen Nachteil brächte.

Der Mann hingegen versucht, seine Ausstrahlung zu kontrollieren nach Unerkennbarkeit, Eigenschaftslosigkeit, Absichtslosigkeit, Anspruchlosigkeit, in der Gesamtqualität, der Unberührbarkeit – seiner Ehre natürlich, nicht seiner Person, damit wird er fertig.

Das rohe Ei ist die Ehre aufgrund ihrer Konstruktion: Einer gibt sie dem anderen, einer kann sie nur verlangen, aber nicht erzwingen, nur den Anschein, den aber jeder durchschaut.

Stehen die beiden Männer, die sich als Fremde begegnen, nicht aufgrund ihrer von vornherein ersichtlichen Rolle in einem klaren Rangverhältnis, tragen sie keine Uniform und kein Standeskostüm, ist äußerste Zurückhaltung geboten, man weiß nicht, wie angerührt der andere in seiner Ehre ist, noch wie temperamentvoll er sie verteidigen würde.

Auch der moderne und postmoderne Rückgriff auf die internalisierte Ehre, die Idee der Ehrwürdigkeit ohne Belege im Verhalten der Mitmenschen, kurz das Konzept der Würde, die einem keiner nehmen kann, wenn man selbst sie bewahrt, gleicht nicht mehr aus als die archaische Gewalt des Impulses, seine Ehre zu verteidigen.

Man nennt es dann Selbstwert und ein Selbstbewußtsein haben und zeigen und dergleichen nicht altväterische Namen mehr.

Na, alles muß ich mir aber nicht bieten lassen! Schon gar nicht von so einem!

Ts, ts! Kain kann keinen überzeugen. Wer an Gott denkt, kommt nicht auf die Idee, sich von Menschen und Dingen erschüttern zu lassen.

Es ist also alles diese verfluchte patriarchalische Tradition des Ehrbegriffs?

In gewisser Weise schon:

  • wenn man zur Kenntnis nimmt, daß kein höheres Säugetier bisher ohne Patriarchat lebt, auch der Mensch nicht, trotz gegenteiliger Wünsche, Träume, Sehnsüchte und Alpträume en masse und im Katechismus,
  • wenn man außerdem zur Kenntnis nimmt, daß es für die genannten Spezies keine nichtpatriarchalische Tradition von irgendetwas außer den Mitochondrien gibt,
  • wenn man zur Kenntnis nimmt, daß der Ehrbegriff ein soziobiologischer Zweckbegriff ist, der sich in seiner Funktionalität evolutionär bewährt und daher fixiert hat
  • und zudem den Fluch richtig identifiziert als den Schwur des Homo Sapiens, ein Paradies aus der Welt zu machen, das seines ist, vom Anfang bis zum Ende, also seines Aktes der Selbstzeugung und Selbstgeburt als Rebell gegen die ewig scheinende Ordnung der Kreatur.

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(*) Der ursprüngliche Satz hieß folgend:
Der Mann dient seiner durch die Aufgaben bestimmten Rolle, die Frau auch.
Offiziell vor mir identisch mit der später korrigierten Version gemeint und erst spät in der naiven Lesart, die eine grammatikalische Betrachtung ohne die kommunikative Situation und die Bedeutungszusammenhänge des Satzes vornimmt und so zur Bedeutung gelangt, ganz ohne Gewissensbiss, ein Trick, den man als Erwachsener nur unter Anführungszeichen präsentiert, als ironisches Ausschmücken, als anderes aussagend, erkannt.
Dabei aber in seiner, dem Leser zögernderer Zugemutetheit, eine nächste Tiefe oder Weite der Betrachtung vorstellend, für die er noch entschiedener die Haltung der nüchternen Vorurteilslosigkeit braucht, um damit das erkenntnisstiftende Moment aufgreifen zu können.
 
Das hier genannte Rollenverhältnis der Geschlechter zueinander ist das fundamentale der Frau als Helferin für den Mann, wie in der Genesis deshalb so benannt.
Das Homo Sapiens – Projekt ist seines, das des Y-Chromosoms, das des Testosterons, das der Kreativität und Konsequenz, die aus der Gewichtigkeit der Verantwortung für das Ganze der Gemeinschaft resultieren, wenn man diese Verantwortung bewußt erkennt.
Der Mann macht die Kultur, die Frau macht sie mit.
Er macht sie für sie und die Kinder zuerst, für sich selbst zuletzt.
Dafür und deswegen ehrt sie ihn und ist froh, daß sie ihn hat.
Die Frau macht als Homo Sapiens nichts anderes als als Homo Erectus oder als Schimpansin. Sie kommt in ihrer zentralen biologischen Aufgabe mit all den verschiedenen Bedingungen der Kultur zurecht, das ist ihr Charisma.
Das zufriedene Zurechtkommen mit dem, womit man in der ersten Konfrontation und die erste Zeit nicht oder nur unter Heulen und Zähneknirschen zu Rande kommt.
Genau das braucht jede biologisch fragile Spezies, die Anpassungsfähigkeit der Weibchen an die wechselnden Umstände auf eine Art, mit der sie ihr seelisches Gleichgewicht und Wohl so organisieren können, daß die kulturellen Umstände in ein Gesamtbedeutungsgefüge eingebaut werden, welches sie darin legitimiert und beschützt.
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