Basiswissen PaarEinsPsy Anwendung Stufe 1

Männer und Frauen muß man verschieden behandeln

 

Es ist damit wenig Spektakuläreres behauptet als mit, „Erwachsene und Kinder muß man verschieden behandeln“. Oder, um das Eitelkeit strapazierende Element in der Präsentation stärker bewußt zu machen: „Hunde muß man anders behandeln als Katzen“.

Der Hausverstand als evolutionär evidenzbasierter psychologischer Sachverstand

Diese Gemeinplätze sind allgemeiner Erfahrung verdankt und nicht mit Empfehlungen oder Geboten aus einer Theorie guten oder richtigen Behandelns abgeleitet. Derartiges pflegen wir auch – mit Leidenschaft und der ihr zugehörigen Unvernunft, in der wir Irrtümer erst zugeben, wenn sie uns auf den Kopf fallen.

Das Gleichbehandeln der Kinder haben wir schnell wieder aufgegeben, die „antiautoritäre Erziehung“ im Sinn von Summerhill war ein Paradebeispiel dafür.

Ein ideologischer Idealismus hat seine Verblendung offenbart, die Rücksicht auf den Hausverstand hätte sie uns erspart.

Aber was gilt der Hausverstand, schon gar, wenn die Parole die einer neuen Zeit ist und einer neuen Menschlichkeit, einer Erneuerung des Menschen überhaupt, die zu jeder zahlenmäßig beeindruckenden Kalenderwende ins Programm kommt.

Wir Heutigen sind Zeittäter und Zeitzeugen einer solchen Fabrikation des neuen Menschenmodells, die Idee ist maximal fundamentalistisch aufgeladen, da wird kein Spaß verstanden, da ist die beliebte Grenze der Toleranz überschritten, bevor man den Mund wieder zumachen kann.

Kein Wunder, die Übermenschenphantasie zur Wende vom 19. ins 20. Kalenderjahrhundert war schon so todernst, daß dafür Millionen Männer in mehreren Kriegen gefallen sind und Millionen Frauen und Kinder die schlimmen Auswirkungen erleben mußten.

Erst der Kommunismus, dann der Faschismus, dann die Kondensation im Nationalsozialismus, dann 70 Jahre mit Brachialregime erzwungenes Massenexperiment – und unterm Strich soll alles umsonst gewesen sein? Ist Idealismus ein lebensfremder Irrtum?

Gottseidank haben wir einen Rettungsanker noch im Wasser, die Übermenschin! Das ideologische Restkapitel der Utopie des Sozialismus, bezeichnenderweise sogar seine Vollendungsvision, wenn man Engels als Maßstab nimmt.

Die Anzeichen allerdings mehren und häufen sich, daß sie sich auch als Schimäre erweisen könnte. Noch funktioniert die Propaganda, es sind auch noch nicht 70 Jahre Feminismus. Das Regime zieht zwar schon die Zwangsmittel zusehends massiver an, hat aber beileibe noch nicht das Repertoire des Machbaren ausgeschöpft.

Übermenschin sagt man nicht mehr, auch Feminismus nur, wenn’s ins Milieu paßt, es liegt zu nahe, daß einer mit der Rassismus- bis Nazikeule kommt: wo ein Übermenschentypus postuliert wird, wird auch ein Untermensch definiert!

Man sagt daher geschlechtslos und geschlechterblind und geschlechtergerecht und gleichbehandeln und meint, was in den politischen Programmen nachzulesen ist, nämlich, daß die Buben endlich so brav und lieb wie die Mädchen werden sollen und die Männer endlich so vernünftig, daß sie sich von den Frauen sagen lassen, wie sie die Männerrolle anlegen sollen, damit die Frauen ihre ideale Phantasie der Frauenrolle ungestört ausleben können.

Warum? Weil sie das vorher nie dürfen haben – und wegen der Gerechtigkeit muß man sie jetzt einmal lassen, das ist doch nur fair! Die Männer haben immer nur ihre Visionen ausgelebt und die Frauen mußten mitmachen – jetzt soll’s einmal umgekehrt laufen, ha!

Muß man Frauen und Kinder verschieden behandeln? Nur, wenn sie sich voneinander unterscheidbar verhalten!

Kinder verhalten sich wie Kinder, weil die Erwachsenen sie lassen und nichts anderes verlangen.

Frauen verhalten sich entweder auch wie Kinder oder wie Erwachsene, je nachdem, was man sie läßt und was man von ihnen verlangt.

Männer ebenfalls? Durchaus, aber! Aber, was?

1 : 10 im Ausmaß, in der Konsequenz, im Anspruch darauf, in der scheinbaren Unbekümmertheit und Unbefangenheit. Statt dessen mit leicht evozierbarem schlechten Gewissen, mit Scham, mit Schimpf und Schande davonzujagen, rundherum von Männern wie Frauen verurteilt.

Die biologische, instinktiv die emotionalen Bewertungen aller Dinge steuernde Rolle, die der Mann als Personal erfüllt, ist inkompatibel mit einer Haltung der Abhängigkeit und Angewiesenheit auf den guten Willen und den Anstand anderer;

er ist zu behandeln als derjenige, der eine bestimmte notwendige Aufgabe im Dienst des Ganzen erfüllt, mit Anerkennung und Ehre für vorbildlichen Einsatz, mit der drohenden Verachtung und Entehrung für pflichtvergessenen und verantwortungslosen.

Jäger, Krieger und Führer könnten damit nicht erfolgreich jagen, kämpfen und führen. Sie könnten nicht einmal die bewährte verläßliche Autoritätshierarchie aufrechterhalten, die immer dann die beste Methode ist, wenn es um Leben und Tod und hundertprozentigen Einsatz geht.

Es darf nur die Verläßlichkeit der Leistung zählen, das Können in der kooperativen Kunst und das Können in der Kunst der Kooperation darin.

Die Künste der Frauen in ihrer Kooperation sind nicht durch Lebensgefahr strukturiert sondern durch die Gefahr der Rücksichtslosigkeit auf das Wohl der anderen.

Nur die Frau, die sich dauerhaft wohl fühlt in ihrer Haut, ist dauerhaft gesund und stark genug, um eine erfolgreiche Mutter zu sein.

Es hilft für ihre Aufgabe nichts, wenn sie die Beste in irgendeiner handwerklichen Kunst ist, vom Tapa Dekorieren über das Hängemattenflechten bis zum Brotfruchtmus Konservieren. Es hilft aber alles, was ihr Freude macht, was ihr das Leben schön macht und den Tag kurzweilig.

Deshalb tun die Frauen untereinander gut daran, für die dauerhaft gute Stimmung aller in der Gruppe zu sorgen und keiner zu erlauben, daß sie ins chronische Unzufriedensein verfällt oder ins chronische Unfriedenstiften.

Rücksichtnahme ist das Grundgebot dafür, es allen anderen leicht zu machen und im Gegenzug es leicht gemacht zu bekommen, darum geht es zuerst, dem dient der Umgang miteinander;

zugleich der optimalen Herausschlagung von Privilegien, denen die anderen zustimmen, das ist die Rivalität innerhalb der Sippe, des Clans, der Genpool-Gruppe.

Sie richtet sich darauf, bevorzugt beschützt und versorgt zu werden, sodaß die eigenen Kinder größer und stärker werden als die der anderen.

Beim Mann spielt sich die Rivalität interaktiver und kommunikativer Austragungsart außerhalb seiner Arbeit, seiner Dienstleistung für die Gemeinschaft, seiner Aufgabenerfüllung, seiner Rollenpflicht ab.

Wenn er vom Jagdausflug nach Hause kommt und sich erholt, wenn keine Feinde zu gewärtigen sind und man sich das Spielen und Feiern erlauben kann. Im sportlichen Wettbewerb daher als eine geläufige Arena.

Seinen grundlegenden Marktwert für das andere Geschlecht bezieht er aus seiner Rangposition in der Männergruppe, das eventuelle Engagement, Rivalen aus dem Feld zu schlagen, ist ein Zusatz, wenn nötig oder vorteilhaft.

Er kriegt sowieso keine, eine, zwei oder drei, eine junge und gesunde oder eine ältere schon abgearbeitete; je nachdem, was seine Position für Vorteile für die Frauen hätte, wird er begehrt.

Die Anwendung des evolutionären Sachverstands im Umgang mit Mann und Frau

Die Konsequenz aus der kategorial verschiedenen Rollenidentität und Rollenperformation der beiden Geschlechter im Umgang mit Frauen und Männern betrifft die entsprechenden kategorialen Differenzen.

Einen Mann muß man als Vertreter seines Berufs (oder auch seiner Berufung), seiner Position im Beruf und in der öffentlichen Sphäre behandeln, eine Frau als Vertreterin ihrer Attraktivität, ihres Liebenswertes und ihrer Privatlebenssphäre.

(Liebreiz ist ein schönes Wort dafür, er bezieht sich auch auf das Gemüt. Charme sagte man lange Zeit.)

Das ist die Grundregel für den respektvollen, höflichen, anständigen Umgang vor jeder persönlichen Bekanntschaft.

Kennt man jemand privat, wie es bezeichnenderweise heißt, kann man beim Mann zwar Abstriche machen in der Ehrerweisung für seine Position und seine Verdienste, aber man muß sie im Hintergrund berücksichtigen, im Konfliktfall ist sie das einzig sichere Terrain, auf dem man von Mann zu Mann und vor allem vor Zuschauern sich nicht um seine Ehre schlagen muß, weil eine rechte Ordnung des Verhältnisses zueinander mittels der demonstrativen Bestätigung des Ranges und des Status des anderen hergestellt werden kann.

Als Frau zum Mann besteht die Gefahr des Zweikampfes nicht, sie riskiert nur den Verlust seiner grundsätzlichen instinktiven Dienstbereitschaft, sollte sie ihn einmal für etwas brauchen.

Genauer, die Begeisterung dafür, ihn auch zu leisten, sollte Not am Mann sein. Auch die dümmste Kuh läßt er nicht in ihrer Notlage verkommen, wenn er imstande ist, ihr zu helfen. Das gebietet ihm sein Anstand und der ist seine zentrale Ehre vor und nach und über der der Leistung und der Position.

Im noch privateren Bereich, in der Familie und Verwandtschaft, sind die Positionen der Ordnung die in der Generationshierachie und auf dem Stammbaum. Dort, wo die Familie verbindet, kommt es zuerst auf die familiäre Funktion und Leistung an, danach erst auf die für die größere Kooperationsgemeinschaft.

Von einer Frau kann man als Mann alles Mögliche haben, wenn man ihr schmeichelt, wenn man ihr Komplimente macht, wenn man sie verehrt, wenn man sie wie eine Dame behandelt, wenn man zuvorkommend, rücksichtsvoll und taktvoll ist zu ihr, wenn man ihr Dienste und Opfer anbietet.

Als Frau auch, wenn man sie so behandelt, als würden die tollsten und honorigsten Männer sie so behandeln, jedenfalls es müßten, wären sie bei Trost und wüßten, was sich gehört und was sie verdient.

Ihren Begehrenswert bestätigen, schafft Friedensbereitschaft und Aufgeschlossenheit.

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