Je rücksichtsvoller der Mann,
desto enttäuschter die Frau

 

Das ist keine provokante Überschrift um der Aufmerksamkeit willen.

Die Provokation ist unvermeidlich, und Ironie oder Sarkasmus sind nicht im Spiel.

Trotzdem verweise ich auf die Seite „Triggerwarnung“, um die Rücksichtslosigkeit gegenüber dem Zeitgeist, mit der ich den Leser in den Artikeln und Beiträgen auf ingutenwieinschlechtenZeiten.at konfrontiere, als didaktisch begründete zu erläutern.

 

Die Enttäuschung der Frau mit dem besonders rücksichtsvollen und einfühlsamen Mann sollte es gar nicht geben können, im Gegenteil, nicht!

Es weiß doch heutzutage jeder, daß die Frauen einen rücksichtvollen und einfühlsamen Mann erwarten, und es ohne diese Qualifikationen ein Bewerber gar nicht einmal bis in die zweite Runde schafft! Und so viele Frauen trennen sich genau deswegen von ihrem Freund oder Ehemann, weil sich nach kurzer Zeit herausstellt, daß seine Rücksichtnahme und Einfühlsamkeit nicht mehr als ein perfider Aufrißschmäh waren!

Aber langsam, Schritt für Schritt!

Wir müssen unterscheiden zwischen den bewußten Quellen der Enttäuschung und den nicht bewußten, sei es den ganz und gar unbewußten oder den nur diffus und unfaßbar geahnten.

Bewußt und benennbar ist es im Normalfall genau der Mangel an Rücksicht und Einfühlsamkeit, mit dem sich eine Frau ihre Enttäuschung über den Mann erklärt, und beileibe nicht ein Zuviel davon. Das wäre doch auch absurd!

Jetzt wird es schwierig: Entweder Sie haben Ihre Instinkte soweit zugänglich, daß Sie mitkriegen, daß eine Frau nichts so radikal – und das heißt, an der Wurzel ihrer seelischen Balance – frustriert, wie zu erleben, daß sie kein starkes und standfestes Gegenüber hat, oder Sie folgen jedenfalls der Argumentation hier in einer vorurteilslosen Haltung.

Der Mann soll stärker sein als sie, er soll ihr („ein klitzekleines Stück zumindest“, heißt es noch immer, in einem Tonfall der Entschuldigung vorgebracht, weil es so prä-modern klingt) überlegen sein, sonst … findet sie ihn nicht erotisch interessant; jedenfalls nicht auf die Dauer.

In den Backfischphantasien (die man heute unverfänglich „Wünsche, Träume und Sehnsüchte“ nennt) ist es der „Bad Boy“ im Schlafzimmer und der „Good Boy“, vulgo der brave Hausmann, in der Küche, weil man schließlich, alles zugleich haben zu können, glauben soll – als moderne Frau.

Und bieten zu können – als zur Vernunft gekommener moderner Mann.

Zuerst sich um das schmutzige Geschirr kümmern und danach „Dirty Talking“ liefern. Im Fernsehen können sie das doch auch! Flexibilität ist angesagt am Beginn des dritten Jahrtausends und des ersten der Frau.

Zumal, soll nicht die Frau das sowieso zustandebringen? Cosmopolitan und die Brigitte sind sich darüber längst einig! Und die porno-positive Feminismusschule hat die couragierten Autorinnen dazu befreit.

Warum sollten die Männer nicht nachziehen, gleiche Anforderungen für alle!

Genau das beherzigen sie und vor lauter herziger Willfährigkeit tragen sie Max-und-Moritz – Haarschnitte und Hosenmatz-Jeans, während sie amerikanische Ghettogestik vor dem Spiegel einüben, „Fuck you, bitch!“

Aber es nützt nichts, ihre Frauen werfen sie zehn Jahre später trotzdem endgültig raus, wenn sie sie nicht mehr als Babysitter und Geldverdiener brauchen, weil die Kinder im Hort sind und sie sich ihr Geld lieber selber verdienen, statt sich von jemand abhängig zu machen, schon gar nicht von einem Mann, der nicht ihr Chef ist.

Der Tinder-Lover kocht ihnen ein viergängiges exotisches Menü vor dem zwanzigminütigen multiplen Plateauorgasmus, das Geschirr geht sie nichts an, weil sie nicht so blöd sind, sich bei sich zuhause der hemmungslosen Leidenschaft hinzugeben.

Oder so liest man’s.

Wenn man nicht in den Foren liest; da herrscht blanke Überforderung und Hilflosigkeit und die ewige Frage wird mit den ewig gleichen hilflosen guten Ratschlägen samt ein paar Kilos Trost und Zuspruch beantwortet.

Die wäre?

Ach so, ja klar! „Warum krieg‘ ich nicht, was ich will?“ Auch mit der deutlicheren, wenngleich verklausulierten, Variante: „Was soll ich eigentlich wollen?“

Wer könnte das beantworten?

Nur die Erfahrung.

Die gibt’s aber nicht mit einem, der seinen ganzen idealistischen Ehrgeiz darein setzt, rücksichtsvoll und einfühlsam ihr das zu bieten, was sie sagt, daß sie haben will.

Noch einmal, um sich’s auf der neuronalen Zunge zergehen zu lassen: Wenn er sich nach Leibeskräften anstrengt, ihr das zu geben und zu ersparen, was auch immer sie von ihm verlangt, wie soll sie dann jemals mitkriegen, was sie von ihm verlangen soll und was nicht?

Aber es ist noch tragischer: Weil sie ganz spontan von allem, was sie kriegt, mehr verlangt, und wenn er, wie oben gesagt, mit Todesverachtung alles auf sich nimmt, ihr wunscherfüllendes Juwel zu sein, wie soll sie dann absehen und vermeiden können, daß er irgendwann resigniert und sich als zu dumm und unfähig vorkommt, ihre Bedürfnisse zu befriedigen?

„Wenn sie doch allzu offensichtlich und unüberhörbar immer weiter unzufrieden ist mit meinen Bemühungen!“ weist er sich selber seine Unwürdigkeit nach. Und gibt, beschämt bis ins Mark, auf.

Er sagt aber nicht rechtzeitig: „Das und das ist mir zu viel, das kann ich nicht!“ Oder: „Das und das ist mir zu blöd, das will ich nicht!“

Und schon gar nicht hört sie von ihm: „Du spinnst wohl, wir sind ja nicht im Schlaraffenland für freche Mädchen, da wirst du schon Aladins Wunderlampe brauchen, damit ein Dschinn der Herrin die Wünsche von den Augen abliest!“

Jetzt erhebt sich die Hänschenfrage:
„Wie hältst du’s mit der Ersatzreligion, liebes Mädel?“

Ein bißchen hergeholt, schon, aber warum nicht Brüche einbauen und Ecken und Kanten hervorschauen lassen!

„Glaubst du an Ms. Magazine, Cosmopolitan und Romance TV?“

Die ist allerdings rhetorisch.

Nicht rhetorisch ist die Neuauflage der Gretchenfrage:
„Wie hältst du’s mit der Mutti ihrer Predigt, mein lieber Freund und Zwetschkenröster?“

Wobei ich jetzt das Gretchen 2.0 spiele, klar; zwangsläufig mit mephistologischem Spin!

Und weiter ausgeführt:
„Hast du dir’s zu Herzen genommen und bist ihr zuliebe nicht mehr so ein rücksichtsloser Egoist wie damals als Bub?“

Intuitiv und emotional intelligent, eventuell auch reflektiert rational konzeptuell rezipiert, müßte das genügen, um die intendierte Lektion an den Mann zu bringen.

Auf jeden Fall kann jede Frau das verstehen, wenn ihr danach ist.

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