Ihre Gefühle sind heilig, seine Gefühle sind unheilig

Wußten Sie das? Nein?

Gut, man spricht nicht darüber, jedenfalls nicht so direkt!

Man lebt nur danach.

Ihre Unlust ist heilig, seine Lust ist unheilig

Es ist eine weitverbreitete Beziehungskrankeit, na ja, Beziehungsstörung, zumindest fatale Beziehungskonstellation, daß ein Paar seit Jahren, seit vielen Jahren, sogar seit Jahrzehnten so gut wie keinen Sex mehr miteinander hat.

Seit einiger Zeit sind es manchmal auch die Männer, die keine Lust dazu haben, der weitaus überwiegende Teil aber noch immer die Frauen.

Zum Beispiel: Wenn es nach ihm ginge, hätten sie zweimal pro Woche Sex, weil es aber nach ihr geht, haben sie alle zwei Monate oder dreimal im Jahr Sex.

Wie das funktioniert?

Er kommt – subtiler oder unsubtiler – und will Sex mit ihr; sie sagt, es ist ihr nicht danach. Er drängt; sie sagt, sie fühlt sich ganz einfach nicht danach. Er drängt heftiger; sie sagt, „Was soll ich denn machen, wenn ich keine Lust auf Sex habe? Soll ich vielleicht gegen meine Gefühle handeln und mich vergewaltigen? Willst du das wirklich?“

Er sagt nichts mehr.

Er sagt nicht, „Was soll ich denn machen, wenn ich derartige Lust auf Sex habe? Soll ich vielleicht gegen meine Gefühle handeln und mich vergewaltigen? Willst du das wirklich?“

Warum nicht?

Weil er so tut, als wären ihre Gefühle heilig, und seine unheilig.

Nicht, daß sie ihm nicht mit allen Mitteln dabei hilft, diese Überzeugung zu pflegen und zu stärken.

Was leicht geht, weil er sich als guter Mensch vorkommt, wenn er sich selbst die Überwindung zum Verzicht auf Sex zumutet, aber ihr die Überwindung zum Sex nicht.

Weil er sich einfühlsam, verständnisvoll und rücksichtsvoll vorkommt. Als Kavalier und Gentleman, hat man früher dazu gesagt. Heute sagt man, als Nichtmacho oder nichtpatriarchalisch oder gar auf Augenhöhe und partnerschaftlich. Kurz, als anständiger Mensch und akzeptabler Ehemann oder Lebenspartner.

Ihre Lust ist heilig, seine Unlust ist unheilig

In den seltenen, aber zunehmenden Fällen, wo er ihr längerfristig den Sex verweigert, ist die Angelegenheit eine andere.

So schnell schaut er gar nicht, und sie haben einen Termin beim Sexualberater oder Paartherapeuten. Und vorher muß er vom Urologen abklären lassen, ob vielleicht körperlich etwas nicht in Ordnung ist mit ihm. Und vom Psychiater, ob vielleicht psychisch etwas nicht in Ordnung ist bei ihm, larvierte Depression zum Beispiel.

Was sogar angebracht ist, denn er leidet vielleicht unter erektiler Dysfunktion und schämt sich dafür. Oder unter sonstwas und schämt sich dafür. Weil sich Männer schämen, wenn etwas an ihnen nicht funktioniert. Während Frauen mit ihren Störungen hausieren gehen. Mehr oder weniger, selbstverständlich, Und alte Männer gehen oft genug auch damit hausieren, selbstverständlich.

Mit „Mir ist eben nicht danach! Soll ich mich vielleicht vergewaltigen, nur weil du ständig Sex willst?“ kommt er jedenfalls nicht Jahre bis Jahrzehnte ungeschoren davon.

 

Wenn beider Gefühle gleich heilig oder unheilig sind

Haben wir die radikalste Kulturrevolution seit der christlichen Mission, sogar seit den Evangelien. Aber gut.

Was, wenn ein Paar privat diese Kulturrevolution unternimmt?

Dann bedenken beide, daß sie nach ein paar Minuten Überwindung dazu, sich auf ihre körperlichen Empfindungen einzulassen, anstatt weiterhin daran zu denken, was sie morgen noch alles erledigen muß, was sich heute nicht mehr ausgegangen ist, und daran, daß sie jetzt unbedingt ihren Schlaf braucht, weil sie sonst morgen grenzwertig erschöpft wäre, den gleichen Genuß und die gleiche Lust spürt wie damals, als sie genauso wie er dahinter war, daß sie jeden Tag Sex hatten. Im ersten halben Jahr oder so.

Dann ist ihre Überwindung zum Sex kein größeres Opfer sondern ein kleineres als seine Überwindung zum Verzicht auf Sex.

Dann erkundigt sie sich bei ihm, wie oft er mindestens Sex braucht, um zufrieden zu sein, und wie oft er gern Sex hätte, um mehr als bloß zufrieden zu sein.

Und dann überwindet sie sich (je nachdem wie es sich bei ihm mit dem Minimum verhält) dreimal, zweimal oder einmal pro Woche zum Sex, und er überwindet sich (je nach seiner Idealfrequenz) dreimal oder zweimal oder einmal oder sechsmal zum Verzicht auf Sex.

Und zwar an vorher geplanten Terminen, sonst funktioniert es nicht, weil es nur alle heiligen Zeiten so ist, daß beide am gleichen Tag und zur gleichen Zeit spontan Lust oder Überwindungsbereitschaft genug haben.

Und wenn sich die Frequenzdifferenz geschlechterverkehrt manifestiert, das Gleiche eben geschlechterverkehrt.

 

Und wozu das ganze künstliche Theater?

Damit sie nicht nach 5 oder 10 oder 15 oder 20 Jahren aus allen Wolken fällt, weil er eine Affäre hat oder ihr erklärt, er hat sich verliebt oder, er kann und will so nicht weiterleben und will die Trennung.

Damit sie nicht nach ebenso langen Jahren draufkommt, er hat die längste Zeit schon eine Freundin oder Freundinnen.

Und ihr dann nichts Besseres einfällt, als sich von ihm zu trennen, um ihre Ehre zu retten.

Oder sich durch eine eigene Affäre möglichst demütigend an ihm zu rächen.

Oder zumindest eine tragische, qualvolle und prolongierte Beziehungskrise auszurufen, wo sie ihn mit Trennungsdrohung dazu zu erpressen sucht, sich als Schwein vorzukommen und seinen Frevel zu bereuen und Besserung zu geloben.

Weil der Gedanke nur einer von hundert Frauen rechtzeitig kommt, daß er moralisch im Recht ist, sich den Sex woanders zu holen, wenn sie ihm diesen verweigert.

Und im umgekehrten Fall geht es um das Gleiche.

 

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