Er ist nie zu Hause

Faktum und Lieblingssujet der gynäkopsychologischen Beschwerden

 
 

 

Beschwerdeführerin: Er ist nie da … wenn ich ihn einmal brauche!

Sprecher des Homo Sapiens: Brauchen Sie ihn, wenn er da ist!

 

Seine und ihre Pflichten

Seine Aufgabe ist nicht, die Frau und die Kinder durch den Alltag zu begleiten, sondern die materiellen, sozialen und ideellen Rahmenbedingungen zu schaffen und fortlaufend zu verbessern, unter denen eine Frau und ihre Kinder gedeihen können.

Für die ausgeglichene Stimmung und die fröhliche Lebensfreude zuhause und in der alltäglichen Lebenswelt von Mutter und Kindern ist die Frau zuständig, nicht der Mann.

Es ist ihre weibliche Begabung, Pflicht und Verantwortung, das Alltagsleben im Heim und rund um das Heim der Familie so zu organisieren, daß es für sie selbst und für die Kinder schön und heiter verläuft.

Es ist ihre Begabung, Pflicht und Verantwortung als erwachsener Mensch, die eigene Gemütsverfassung und den Umgang mit den Kindern und den erwachsenen Mitmenschen so zu bewältigen und zu gestalten, daß sowohl sie selbst als auch ihre Kinder mit sich und ihrer alltäglichen Lebenswelt zufrieden sind.

 

Instinktordnung

So will es sein Instinkt, so ist es gegründet in den Erfolgen der inzwischen gut 70000 Jahre betriebenen politischen, ökonomischen, soziologischen und psychologischen wissenschaftlichen Forschung.

So nimmt es ihr Instinkt hin, wenn er es so verlangt und durchsetzt.

So optimiert die Sippe und so optimieren der Stamm, das Volk, der Staat und die Spezies Homo Sapiens ihre Erfolge in der Evolutionskonkurrenz des Lebens hier.

 

Psychische Ordnung

Die Organisation des Vorstellens und Denkens, sowohl im bewußt wahrgenommenen wie im unbewußt vollzogenen, dient dem evolutionären Erfolg.

Daher entsprechen unsere tiefsten Überzeugungen und unsere höchsten Ideale den visionären Projekten der Intelligenz und des Wissens, das – in der Struktur und Dynamik der instinktiven Wertungen und Antriebe und in der instinktiven Interaktion gesichert – die prokreative kulturelle Evolution antreibt und inspiriert.

Es genügt, im Einklang mit seinen tiefsten Überzeugungen und höchsten Idealen zu handeln, um die prokreative Kooperation zwischen den Männern und den Frauen bestmöglich zu gestalten. Daher ist die unverfälschte Wahrnehmung jener Tiefen und Höhen mit besonderer Aufmerksamkeit zu beachten und zu üben.

Die Freude und die Liebe entstammen der Übereinstimmung des Tuns mit dem tiefsten Glauben und mit dem höchsten Hoffen.

 

Der Fortschritt der psychischen Ordnung

Die Freiheit des Vorstellen und Denkens, und daraus die Freiheit des Fühlens und Wollens, bedingen, daß wir nie von vornherein wissen, ob wir frivol nach Bequemlichkeit und Feigheit oder stringent nach bestem Wissen und Gewissen an etwas herangehen.

Wir müssen uns selbst unter gezielter aufmerksamer Kontrolle halten, um uns über unsere Motive nicht zu täuschen.

Und wir müssen uns selbst zur Ordnung rufen und disziplinieren, um unserem – eigentlichen – Idealismus treu zu bleiben.

Ein spirituelles Schlaraffenland, in dem uns die edlen Worte spontan von den Lippen perlen, und die guten Taten unbezähmbar aus der überreichen Güte unseres Herzens strömen und allen Wesen zur Läuterung und Erlösung von allem Bösen gereichen, ist die Utopie, nicht die eigene Gegenwart oder Zukunft, auch nicht die der Nachfahren.

Wie kurzschlüssig naiv, aus Unwissen über die sich erst bei höherer Auflösung in der Betrachtung zeigende Logik der seelischen und menschlichen Dinge, diese idealistische Utopie außerdem entworfen ist, und wie irrig daher, erschließt sich nur aus der lebenslangen Praxis des Yoga der Einsicht.

 

Der chronisch überforderte Gott von morgen

Homo Sapiens ist durch seine Chuzpe, zum Gott aufzusteigen, depressionsgefährdet.

Er seht sich immer wieder resigniert und regressiv nach einem Dasein als Homo Erectus, das schon herausfordernd genug war und sein Quantum an Niederlagen sowieso schon alles andere als knapp.

Es bedarf daher einer ewigen Selbstüberwindung, der unausgesetzten Selbstdisziplin, um sein gigantisches und unerhörtes Entwicklungsprojekt fortzuführen.

Selbst ein sich Ausrasten auf den gewonnen Lorbeeren bedeutet schon nicht nur Stagnation sondern Dekadenz und Regression.

Der Wehklage über diese schicksalhafte Brutalität der Conditio Humana kann man allerdings auch fahren lassen, ohne vor der Übermacht der eigenen Natur zu kapitulieren. Man kann sich als Originator, als Schöpfer und Wächter dieser hier auf der Erde einmaligen Vision und ihrer extremen Herausforderungen verstehen.

Ernüchternd zu konstatieren: Ein Akt intellektueller Redlichkeit, nicht mehr.

 

Er ist nie zu Hause – was soll eine Frau tun, Theorie hin oder her?

Hier weiterlesen: „Er ist nie zu Hause – was tun?“

 

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