Einen Mann muß man sich auch heute noch erziehen

 

Früher war es klar, die alten Frauen sagten es den jungen: „Einen Mann muß man sich zum Ehemann erziehen!“

Heute hören sie von allen Seiten: „Ein Mann muß von sich aus gehorchen, ohne daß man ihn erziehen braucht!“

Es genügt, von ihm zu erwarten, daß er sich ihren Wünschen anpaßt. Das ist schließlich seine Christenpflicht!

Statt auf die traditionelle beruft man sich dabei auf die moderne, die politische Religion des Feminismus mit der Doktrin: „Seit die Frauen neue Erwartungen an die Männer stellen, sind die Männer moralisch verpflichtet, sich denen anzupassen.“

Äh – wie das?

     Wie bitte, was soll die Frage?

Ich meine, aus welchem Grund sollten die Männer die Wünsche der Frauen zu ihren Befehlen machen?

     Aus welchem Grund? Na hören Sie mal, das ist eine Frage der Moral und des Anstands – und zwar der primitivsten und des minimalsten!

Wie das?

     Wie das? Hat es sich denn bis zu Ihnen noch nicht herumgesprochen, daß die Frauen es erstens schwerer haben im Leben und zweitens strukturell benachteiligt werden seit 10 000 Jahren?

Sie meinen als Sexobjekt, Frau, Ehefrau, Mutter, Hausfrau und berufstätige Alleinerzieherin mit Kindern mit unmöglichen Öffnungszeiten der Betreuungseinrichtungen?

     Genau! Also, was ist Ihr Problem? Reicht Ihnen der Kreuzweg des weiblichen Geschlechts seit Beginn der Zivilisation nicht als Begründung für die endlich eingeforderte männliche Pflichtschuldigkeit?

Wissen Sie, ich komme aus einer Familie von Freidenkern. Meine Großeltern haben nicht an die antisemitische Weltgeschichtsverschwörungstheorie geglaubt und ich glaube nicht an die antipatriarchalische!

     Ach so einer sind Sie! Leugnen Sie vielleicht auch die Erderwärmung?

Lenken Sie nicht ab!

     Sie hätten wahrscheinlich auch Trump gewählt und finden Putin in Ordnung, nicht? Und Erdogan! Und die Genitalverstümmelung, das Kopftuch und die Burka! Ist schon klar – frauenfeindlicher, homophober Fundamentalist, Rassist, Neonazi und Terrorsympathisant! Stellen Sie auch fleißig Hasspostings auf Facebook?

Die Kunst der Männererziehung ist vom Aussterben bedroht.

So wie die Kunst der Kindererziehung.

Dafür können die Verhaltensforscher im Labor den Hummeln das Ballspielen beibringen.

Und Kinderpsychotherapeuten gewöhnen den Kindern das Unglücklichsein ab und das Aufpassen in der Schule an. Im seltenen Glücksfall gelingt es ihnen sogar. Aber eigentlich sind es die Drogen, unter die der Kinderarzt sie setzt, sagen andere. Und wir wissen sicherheitshalber, sowas sagt man nicht, es heißt nicht Drogen, sondern Medikamente.

Und wer erzieht die Frauen? Was ist aus der Kunst der Zähmung der Widerspenstigen geworden?

Dafür gibt’s ein Rezept, sie braucht keinen Mann. „Flugs per Flux!“

Nur die Männer bleiben offiziell schwererziehbar, bei ihnen ist Hopfen und Malz verloren.

Entsorgen ist die einzige Möglichkeit.

Aber seien wir nicht so fatalistisch!

     Also: Wie erzieht man seinen Mann richtig?

Mit Liebe und Geduld.

     Und wenn einer beides vergangen ist?

Dann muß sie sich erst wieder dazu bringen, anders geht’s nicht.

     Wie soll man das schaffen?

Mit Selbstdisziplin, das ist die einzige Methode.

     Na vielen Dank für die frohe Botschaft!

Bitte, gern‘ geschehen!

Böse Ohren haben jetzt gehört, es ist die Selbstdisziplinübung der Frau, um die es geht, und die Männerfrage wäre dadurch gelöst!

Diese krude Theorie ist zwar nicht mit 100-prozentiger Sicherheit abzuweisen, aber so einfach darf man es sich nicht machen, das wäre ein Vergehen gegen die Manneswürde.

Denn wer sich auf die Ebene herabläßt, die Gehorsamsübung des Mannes wäre die Lösung der Frauenfrage, und das irgendwie umdreht, braucht sich nicht wundern, wenn man ihn Opfer nennt.

Außer er hat begriffen, daß die Ehre des Mannes darin besteht, sich nicht von dem abbringen zu lassen, was ist. Und darauf zu bestehen, daß es hat, was es wiegt. Und daß kaum einer sich der männlichen Ehre noch bewußt ist.

 

 

Weiterempfehlen, wenn's empfehlenswert erscheint!