Beziehungsrezepte – unpersönlich und nüchtern

Einleitung

Lesen Sie das Folgende nicht, wenn Sie nicht in der Verfassung sind oder keine Lust dazu haben, Idealismus und Romantik beiseite zu lassen, um sich auf die nüchternen Fakten der Mann-Frau-Beziehung zu konzentrieren, die davor und davon unberührt die Dynamik des Zueinander und Miteinander bestimmen!

Lesen Sie auch nicht weiter, wenn Sie darauf beharren, daß Sie beide schließlich jeder ein unverwechselbares Individuum sind, und Sie sich doch nicht über irgendeinen Kamm scheren lassen!

Hier geht es um das Vorpersönliche und Überpersönliche der Paarbeziehung, das durch das Persönliche nur kreativ ausgestaltet wird und damit einmalig und unverwechselbar erscheint.

Es geht nicht um die individuelle Persönlichkeit eines Mannes und einer Frau sondern um deren Geschlechtspersönlichkeit als Mann oder als Frau.

Es geht auch nicht um die kulturellen Ausgestaltungen der Liebesbeziehung und der Elternbeziehung einer bestimmten Zeit oder eines gewissen Zeitgeistes, einer Subkultur oder eines Milieus, sondern um das all diesem Zugrundeliegende und Zeitlose.

Daß es so etwas gar nicht geben soll, wie unser heutiger und hiesiger Zeitgeist verbissen und dogmatisch ex cathedra doziert, läßt die Evolution, sowohl die biosoziale als auch die kulturelle und damit die Instinktebene der Psyche, von vornherein kalt.

 

Wie es nicht funktioniert

Für die Frau – Grundlegendes

Daß er sich alles Mögliche von ihr bieten und gefallen lässt und keinen ernsthaften Aufstand dagegen macht und schon gar kein Ultimatum stellt, bedeutet überhaupt nichts.

Außer, daß er resigniert hat. Aber eben nur äußerlich, nicht innerlich. Früher oder später sagt er sich, so kann und will ich nicht leben, das entspricht nicht meiner Vorstellung von Beziehung. Und dann ist er weg.

Ob er vielleicht schon seit Jahren oder vielen Jahren nicht mehr ernsthaft protestiert und keine ernstzunehmenden Forderungen, dies oder jenes müßte anders werden, stellt, ist dabei ohne Belang.

Er wartet, bis die Kinder groß genug sind, um eine Trennung seelisch zu überstehen, ohne einen Schaden in ihrer Persönlichkeitsentwicklung davonzutragen. Oder er wartet, bis er sich sagen kann, er hat wirklich alles versucht und alles eigentlich Unzumutbare ertragen, aber jetzt reicht es, und zwar endgültig.

Wie er dann aussteigt, variiert. Wenn er sich traut, offen und direkt. Wenn nicht, dann provoziert er sie dazu, daß sie die Trennung verlangt, zum Beispiel, indem er sie mehr oder weniger direkt vor ihren Augen betrügt. Oder er verliebt sich eben aus heiterem Himmel und kann dann nicht anders, als sich von ihr zu trennen. Oder er geht mit ihr gemeinsam zum Paartherapeuten, und da „stellt sich dann heraus“, es geht nicht mehr, die Trennung ist das einzig Vernünftige.

Vor sich selbst hat er ein gutes Gewissen, weil er weiß, er hat jahrelang versucht, ihr zu vermitteln, was er nicht verträgt und was er braucht, aber sie hat ihn jedes Mal abgewimmelt, er ist einfach nicht durchgekommen bei ihr, egal wie er es angestellt hat.

Was er als Mann, jedenfalls als Mann von heute, nicht versteht, ist der Umstand, daß die Frau jedes Mal, wenn er schließlich doch nachgibt, wenn er sich abwimmeln lässt, wenn er eben nichts mehr sagt, automatisch davon ausgeht, seine Kritik oder sein Anliegen waren ihm nicht so wichtig, er kommt schon mit dem Problem oder mit seiner Unzufriedenheit zurecht, er kann schon damit leben.

Sonst hätte er ja nicht nachgegeben! Sonst wäre er ja dran geblieben! Sonst hätte er ja auf der Erfüllung seines Anspruchs bestanden!

Wie hätte sie wissen können, daß es ihm so wichtig war, wenn er ihr das nicht eindeutig klarmacht! Hätte sie Gedanken lesen sollen!

Sie tobt. Sie fühlt sich verraten, hintergangen, zum Narren gehalten – all die Jahre, wie es jetzt herauskommt!

Aus dem Blauen heraus, aus heiterem Himmel erklärt er ihr, es tut mir leid, aber ich kann nicht mehr und ich will nicht mehr! Oder betrügt sie vor aller Augen! Oder lässt sich von irgendeiner dahergelaufenen 18 oder 19-jährigen Tussi allen Ernstes weismachen, er sei die Liebe ihres Lebens!

Was für ein mieser Feigling! Was für ein Schwein! Was für ein Idiot!

Und für den Rest ihres Lebens sieht sie sich als sein Opfer und wird sich rächen. Mit allen Mitteln und Methoden, die sich nur anbieten. Und die Kinder sieht er sowieso nur so viel, wie das Gericht ihr vorschreibt!

Was ihm nur bestätigt, daß er nichts dafür kann, daß die Beziehung so schiefgegangen ist!

Auch nett! Zwei Opfer des Schicksals! Zwei Beziehungsgeschädigte! Zwei, die wissen, so blöd sind sie nicht noch einmal, sich auf so einen Partner einzulassen!

Das beim nächsten Mal dasselbe in Grün passiert, halten sie für ausgeschlossen, bevor es dann tatsächlich wieder soweit ist.

 

Für den Mann – Grundlegendes

Entweder Sie setzen ihre Ansprüche und Forderungen durch oder Sie sind selber schuld, wenn sie über die längere Zeit in exponentiell zunehmende Frustration geraten und eines Tages zur bitteren Erkenntnis kommen, sie ist halt so, sie lässt sich nicht auf mich ein, sie interessiert sich nur für sich selber, nur ihre eigenen Bedürfnisse und Wünsche zählen für sie, und wie es mir geht, ist ihr egal.

Aber immerhin können Sie sich dann als anständiger Mensch, als vorbildlich einfühlsam, rücksichtsvoll und authentisch vorkommen. Schließlich haben Sie wirklich alles getan und peinlichst genau darauf geachtet, daß Sie auf ihre Gefühle eingehen und sich in jeder Hinsicht offen und ehrlich auf sie einlassen und sie keinesfalls unter Druck setzen oder sonstwie unfair behandeln.

Was können denn Sie dafür, daß sie mit Beziehung auf Augenhöhe und gewaltfreier Kommunikation nicht umgehen kann, sondern das nur dazu benutzt, ihren Kopf durchzusetzen und jedesmal Drama zu machen, bis Sie nachgeben! Eigentlich die längste Zeit schon Psychoterror, um ehrlich zu sein!

 

Wie es doch funktioniert

Für die Frau – paradox

Was die Frau – in aller Unschuld – praktisch und konkret tun kann, damit die Beziehung längerfristig mit Sicherheit vor die Hunde geht und sie sich nichts vorzuwerfen hat:

  1. Ihm den Sex verweigern. Das funktioniert immer. Egal in welchem Stil, sei es langsames Ausschleichen oder schocktherapeutisch, von einem Tag auf den anderen. Selbstverständlich mit überzeugenden Ausreden und Entschuldigungen, die er nur um den Preis, sich als größenwahnsinniges, brutal rücksichtsloses Aschloch zu outen, zurückweisen könnte, aber trotzdem keine Chance hätte als die Aussicht auf eine Anzeige wegen Vergewaltigung in der Ehe. Idealerweise gibt sie ihm die Schuld dafür, daß sie so überlastet und frustriert ist und daher weder körperlich noch seelisch in der Lage, überhaupt an Sex zu denken. Und zur Erinnerung, sie ist kein Sexobjekt, und wenn ihr nicht danach ist, dann ist ihr eben nicht danach, was kann sie dafür!
    Einen besonderen Reiz hat auch die Methode, die Sexverweigerung als Erziehungsmittel einzusetzen. Sex gibt‘s nur, wenn er brav war! Vielleicht!

     

    Vor allem, nicht vergessen: Wenn er sich bei einer anderen holt, was er bei Ihnen nicht kriegt, dann sind Sie tödlich beleidigt, fallen aus allen Wolken, lösen sich in Weinkrämpfen auf, geraten in flammenden heiligen Zorn, drohen mit der Scheidung und allem, was Ihnen sonst noch einfällt, und beschwören Himmel und Hölle als Zeugen für Ihre Schmach und seinen Frevel! Je nach Bedarf und Angebot dazu die gesamte Bekanntschaft und Verwandtschaft. Schließlich hat man als Frau doch einen Ruf zu verlieren.

  2. Regelmäßige Beschuldigungen, Vorwürfe und Anklagen nach dem Muster, „Weil du … und weil du nicht …, fühl ich mich so schlecht, leide ich, bin ich überfordert, bin ich erschöpft, ist mir alles zu viel, weiß ich nicht mehr ein noch aus, balanciere ich am Rande des Nervenzusammenbruchs!“
  3. Regelmäßige Kritik an ihm als Vater, als Beziehungspartner, bezüglich seiner Berufstätigkeit, seines Verhaltens den Verwandten und Bekannten gegenüber, und was sich eben jeweils gerade sonst anbietet. Gut macht sich auch der Vergleich mit anderen Männern und deren Leistungen und Qualitäten, an denen er sich ein Beispiel nehmen könnte.
  4. Beziehungsgespräche führen. Nicht umsonst gibt es schon lange das Klischee des Horrorszenarios für die Männer, das mit „Schatz, wir müssen reden!“ beginnt. Der Schihüttenschlager, „Zieh‘ dich schon mal aus, wir müssen reden!“ war auch schon vor langer Zeit der männerfreundliche Kommentar dazu. Gehen Sie intuitiv vor, die emotionale Erpressung ergibt sich ganz von allein! Ihm bleiben nur zwei Möglichkeiten, entweder er entpuppt sich als verstockter Sünder und verdient es, wenn Sie anschließend zwei Wochen auf ihn beleidigt sind, oder er vergewaltigt sich zum reuigen Sünder in der Hoffnung, daß Sie noch einmal Gnade vor Recht ergehen lassen. So oder so steigt er offiziell in der Position one-down aus, und sie in der Position one-up. Und darum geht es schließlich.
  5. Frust abladen (vulgo sich auskotzen). Dafür ist die männliche Mentalität nicht geeignet, das geht nur mit einer Frau und unter mehreren Frauen. Erzählen Sie ihm, was Ihnen heute alles Unmögliche und Gemeine und Ennervierende widerfahren ist, und jedesmal, wenn er Sie unterbricht und Ihnen einen guten Rat gibt, was Sie in Hinkunft tun könnten, um so ein Problem von vornherein zu vermeiden oder ohne viel Energieaufwand zu lösen, zeigen Sie sich enttäuscht und gereizt, daß er Ihnen nicht zuhört und sich nicht auf Sie einläßt, sondern sich stattdessen mit obergescheiten Ratschlägen wichtig macht! Und wenn er dann immer öfter alle möglichen Ausflüchte findet, um Ihnen nicht zuhören zu müssen, werfen Sie ihm genau das vor! Eben, daß Sie ihm nicht einmal wichtig genug sind, daß er wissen will, was Sie beschäftigt und wie es Ihnen geht!

 

Für die Frau – orthodox

Zieht die Frau allerdings die Rettung der in den mehr oder weniger letzten Zügen liegenden Beziehung vor (und üblicherweise liest hier niemand, bevor es soweit ist), ist das Rezept offensichtlich:

Auf die Punkte 1-5 verzichten. Und zwar ab heute, besser ab gestern.

Wie gesagt, es geht hier nüchtern und unpersönlich zu, d. h. auch, rein pragmatisch, ohne Rücksicht auf das Bedürfnis nach Mitleid und Selbstmitleid, nach Rechtfertigung und Selbstrechtfertigung oder nach Anerkennung und Lob.

Es ist hier auch nicht der Ort für tiefergehende oder weiterreichende psychologische Erklärungen der Paardynamik und der Geschlechtspersönlichkeit.

Trotzdem ist zu sagen, es geht hier um allgemein verbreitete Verhaltensweisen und deren Rechtfertigungen, die allgemein Beziehungselend und familiäres Elend zur Folge haben.

Die westliche Kultur ist, seit gut 50 Jahren schon, eskalierend destruktiv für Partnerbeziehungen, die in guten wie in schlechten Zeiten haltbar und befriedigend für beide bleiben sollen.

Wir sind schon lange Zeit in einer Pandemie der scheiternden Beziehungen.

Zu tun, was alle tun, zu glauben, was alle glauben, kurz: dem Zeitgeist und seinen Sitten zu folgen, führt dazu, daß die Hälfte aller Ehen scheitert und zwei Drittel bis drei Viertel aller sonstigen Partnerschaften, die auch heute allesamt in der Hoffnung eingegangen werden, „bis daß der Tod uns scheidet!“

 

Zu Punkt 1: Sex als eheliche Pflichterfüllung?

So kann man es ausdrücken, so war es traditionell verstanden. Aber nicht als willkürliche moralische Idee, sondern aus der Vernunft heraus, die erkennt und weiß, daß die erotische Attraktion zwischen Mann und Frau die Grundlage ihrer Beziehung ist, weil diese Beziehung überhaupt nur für die gemeinsame Fortpflanzung existiert, die gemeinsame Elternschaft eben.

Wie auch wir noch wissen, wenn man sich verliebt in jemanden, ist die erotische Anziehung das Kennzeichnende, das Besondere, ist es das erotische und sexuelle Begehren des anderen, das die Liebe zwischen Mann und Frau von allen anderen Formen der Liebe unterscheidet.

Selbst wenn die Ehe aufgrund einer Vereinbarung der Eltern der zukünftigen Eheleute geschlossen wird, wie es bis vor kurzer historischer Zeit der Regelfall war, entsteht die erotische Faszination zwischen Mann und Frau unweigerlich aus ihrer instinktiven Natur und führt dazu, daß man den jungen Menschen zu Recht sagen konnte, „Die Liebe kommt mit der Ehe!“

 

Zu Punkt 1: Sex ohne Lust darauf?

Ja! Und nein!

Im Streß ist der Sex das Letzte, woran die Frau denkt. Und wenn er Sex will, fragt sie ihn, ob er komplett übergeschnappt ist, sie weiß nicht, wo ihr der Kopf steht, und ihm fällt nichts besseres ein, ihr noch eine weitere Pflicht auf ihrer Liste zuzumuten, und zwar jetzt gleich, wo sie erstens erschöpft und müde ist und sich zweitens geistig darauf vorbereiten muss, was sie morgen wann und wie zu erledigen hat.

Sie hat zwei Möglichkeiten, ihn nicht unnötig zu frustrieren.

Sie bringt sich aus eigener Initiative mit irgendeiner Methode runter vom Streß und findet es danach gar nicht mehr pervers, daß er Sex will, oder sie benutzt den Sex als solchen als Methode, vom Streß runterzukommen.

Konkret heißt das, sie lässt sich im vollen Bewusstsein ihrer augenblicklichen Unlust dazu auf das sexuelle Tun ein, indem sie sich gezielt auf die körperlichen Empfindungen konzentriert, so wie zum Beispiel beim Yoga, bei Pilates oder beim Chikung oder Taichi oder (speziell, was den Atem betrifft) bei der Vipassana-Meditation. Und jedes Mal, wenn sie merkt, daß sie schon wieder an die anstehenden Erledigungen denkt, geht sie ganz einfach mit der Aufmerksamkeit wieder zurück zum Körperempfinden.

Nach ein paar Minuten dieser meditativen Übung passiert es ganz von allein, daß sie keine extra Willensanstrengung mehr braucht, um in ihr körperliches Empfinden und die damit verbundenen Gefühle einzutauchen und die entstehende Lust zu genießen, sondern daß sich spontan entfaltet.

So banal es klingt, so real ist es: Man kann die Yogastunde oder die Taichi-Übung als lästige Pflicht und Streßfaktor behandeln, obwohl man aus der Erfahrung weiß, wie gut es einem tut, wenn man sich darauf eingelassen hat. Beim Sex ist es nicht anders.

Und – noch banaler – man geht trotzdem zum Yoga oder übt trotzdem täglich Taichi, weil man sich sagt, es geht um meine Gesundheit und meine Fitneß und meine Ausgeglichenheit über die lange Zeit, d.h. man plant sich diese Zeit ein in den Alltag.

Beim Sex gilt das Gleiche: Da ist es die Beziehungsgesundheit, die Beziehungsfitneß und die Ausgeglichenheit in der Beziehung.

Wer zusätzlich an seine spirituelle Entwicklung denkt, kann die Übung in Sinnesgewahrsein und insbesondere Körpergewahrsein ohne weiteres in allen genannten Disziplinen inklusive Sex als spirituelle Praxis verstehen.

 

Zu Punkt 1: Wozu so ein Theater um Sex?

Das verstehen Frauen nicht. Warum nicht? Weil sie keine Männer sind.

Für den Mann ist der Sex dem Selbstwertgefühl und der Selbstachtung und damit dem Einverstandensein mit sich und seinem Leben ungleich grundlegender als für die Frau.

Nicht daß die Frau nicht in heftige Selbstwertzweifel gerät, wenn sie von den Männern nicht begehrt wird, aber auf die Praxis kann sie durchaus auch für längere oder lange Zeit verzichten, wenn sie zu kompliziert oder unterm Strich zu energiekostenaufwendig wäre.

Deswegen haben die Frauen kein ernstes Problem, wenn sie ihren Mann sexuell kurzhalten oder überhaupt auf dem Trockenen sitzen lassen, solange sie davon ausgehen können, daß er sie aber begehrt.

In den letzen Jahrzehnten wird allerdings der Fall immer häufiger, daß er erklärt, er hat kein Interesse an Sex – und da sagt sie nicht, na Gott sei Dank, erspare ich mir den Aufwand, sondern gerät in die mittlere Panik, weil sie keine Handhabe dagegen sieht. Weil man schließlich als Mensch von heute sich nicht auf so etwas wie eheliche Pflichten berufen kann.

Zurecht nimmt sie es nicht einfach hin, denn es ist genau das, als was es sich anfühlt: Rache des Mannes dafür, daß sie ihn nicht respektiert. Eine – noch so selbstbetrügerische und sich selbst frustrierende – aber nicht leicht angreifbare Methode, seine Würde zu demonstrieren. Die Steigerung, und man kann sie nicht ausschließen, bestünde darin, daß er plötzlich seinen Sexualtrieb bei einer anderen wiederentdeckt.

Zurück aus dem allzu Finsteren ins übliche Dunkel: Wenn manch ein Mann, besonders ein junger, bei einer Frau abblitzt, die er anspricht, womöglich noch mit der demonstrativen Indignation, daß sich so ein unwürdiges Nichts erdreistet, sich ihr Königin der Nacht aufzudrängen, ist er von der Zurückweisung so gedemütigt, daß er nach Hause geht und vor Verzweiflung in den Kopfpolster weint. Und es wochenlang nicht mehr wagt, es bei einer anderen zu probieren, anstatt sich zu denken, was für eine eingebildete Gans, und sich umgehend an die Nächste heranzumachen.

Wird er sexuell zurückgewiesen, empfindet er es so, als wäre er als Mensch abgelehnt, entwertet und disqualifiert.

Wenn ihm seine Frau versichert, sie liebt ihn selbstverständlich noch immer und schätzt ihn sehr wohl als Mensch, aber nach Sex ist ihr ganz einfach nicht (was immer heißt, nicht mehr) heißt es für ihn, sie läßt sich nicht mehr auf ihn ein, sie braucht ihn nicht mehr und will ihn nicht mehr, er ist nicht mehr als ein austauschbarer Dienstmann für sie.

Und das ist gleichbedeutend damit, er hat hier nichts mehr verloren.

 

Für den Mann – Ein Mann, ein Wort!

So gut wie alle Männer von heute wagen es nicht, sich ihrer Frau gegenüber durchzusetzen. So gut wie alle Männer von heute fühlen sich moralisch verpflichtet, ihrer Frau nachzugeben, sobald sie eine gewisse emotionale Intensität in der Vertretung ihrer Ansprüche und Forderungen an den Tag legt. So gut wie alle Männer von heute geraten in Angst und fühlen sich hilflos und geben nach, wenn ihre Frau sie mit moralischen Vorwürfen zu erpressen versucht. „Wie kannst du mir das antun! Siehst du nicht, wie ich leide! Wie kannst du so lieblos, so rücksichtslos und egoistisch sein!“ Damit hat die Mutter den Sohn erpresst, damit erpresst die Frau ihren Mann. Davor und daneben steht die moralische Bestechung „Tu’s mir zuliebe!“

Auch wenn Vernunft und Gerechtigkeitssinn rebellieren, das aufkommende schlechte Gewissen, das Schuldgefühl und die Scham sind so schwer im Zaum zu halten, daß der Mann entweder schon von vornherein oder ab einer gewissen Stufe der Eskalation immer wieder nachgibt, anstatt seine Position solange zu vertreten, bis er sich durchgesetzt hat.

Zugleich geht er von der irrigen Annahme aus, in den Konflikten mit seiner Frau ginge es darum, sich auf ihre Argumentationen einzulassen, was dazu führt, daß er irgendwann resigniert, weil sie je nach Bedarf und Gelegenheit irrational und pseudologisch sind, und er mit Vernunft nichts ausrichten kann.

Daß es in Wirklichkeit genügt, seinen Standpunkt klarzulegen und seinen Willen zu äußern und dann ungerührt darauf zu beharren und sich jede weitere Rechtfertigung zu sparen, hält er für naiv optimistisch, um nicht zu sagen für eklatant weltfremd. Nicht bei der Seinigen!

Bis er es einmal ausprobiert. Dann erlebt er sein blaues Wunder.

„Wie, das war genug? Ich sage ihr, was ich von ihr möchte, einfach so, ohne große Erklärung, sachlich, klar und Punkt? Sie protestiert zuerst einmal, ich bleibe dabei, und dann kommt tatsächlich, na gut, OK, machen wir es so!?“

Seine Welt ist aus den Fugen! Aber die nächsten Versuche verlaufen im Prinzip genauso. Es geht ohne Verwindungen, diplomatische Krämpfe und sonstiges Affentheater.

Wenn dann einer in der Paartherapie von seiner Frau sogar hört, sie hat das gern, wenn er ihr in gewissen Bereichen Vorgaben macht, sind wir in einem anderen Universum gelandet.

 

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Vorsicht, enthält didaktischen Humor!

 

 

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Kurz und bündig, aber nicht humorlos!