Basiswissen PaarEinsPsy und EinsPsy Stufe 2

Besser Schlüsselkind als Hortkind

Der Grad der Provokation für jedermann mit dem Bewußtsein der öffentlichen und politischen Präferenzen und den dahinter stehenden Ideen, der aus der Überschrift sich aufdrängt, entspricht der Voraussetzung an prozessualer oder integrierter Emanzipation, die sich der Leser zunutzemachen muß, um vom Inhalt des Artikels inspiriert statt bloß abgeschreckt zu reagieren.

 

Schulstufen 2 und 3 der Einsichtsbildung

In diesem Sinn ist der Beitrag als einer zur Stufe 2 des Basiswissens in Einsichtspsychologie und zusätzlich – aufgrund des Themas Elternpaaraufgaben – in Paareinsichtspsychologie einzuordnen.

Was bedeutet, wer die Beiträge aus Stufe 1 zu steil oder überflüssig findet, ist hier hoffnungslos überfordert, zur gegenteiligen Ansicht über diesen Artikel zu kommen.

Das ist nicht als persönliche Schwäche zu verstehen, die ich hier zuschreibe, sondern entspricht dem allgemeinen Wissen, daß man zuerst die Volksschule besucht haben muß, um im Gymnasium mitzukommen.

So wie der erfolgreiche Besuch des Gymnasiums vorausgesetzt wird, um an der Universität studieren zu können und daher zu dürfen.

Aus Gründen der Wahrung der Privatsphäre im Rahmen eines öffentlichen Unterrichtsbetriebes informeller Organisationsform, wie ihn diese Webseite darstellt, einerseits nolens volens, weil es für alle Webseiten gilt, die irgendeine Art von Wissen zur Lektüre anbieten, andererseits volens nolens, weil sich Kollegen und Ausbildungskandidaten, wenn sie über Ecken hierher gelangen – und direkte Einladung an die Fachkollegen gibt es meinerseits bisher keine – nicht unnötig outen sollten und im Regelfall auch nicht wollten, Dissidentes an Konzepten, Thesen und Ansätzen zum für die praktische Anwendung der Psychologie aufbereiteten didaktischen Niveau als legitime Weiterbildungslektionen zu behandeln, indem sie offiziell hier lesen und die neuen Beiträge im Newsletter angezeigt erhalten, für den sie mit ihrer Emailadresse geradestehen müßten, aus der trotz Username ihre Identität leicht herauszufinden wäre, verzichte ich auf das in anderen Fachbereichen der Wissenschaft, die der politisch-ideologischen amtlichen Kontrolle und den Normdiktaten daraus nicht unterliegen – denken wir an die Mathematik oder die Astronomie – sehr viel problemloser mögliche Einrichten einer Wall, nicht unbedingt, aber durchaus legitim, einer Zahlwand, die einer Kassa vor dem Eingang zum Vortragssaal entspräche, aber jedenfalls einer Qualifikationswand, an der man mit seinem Namen seine Eintragung in die Listen des Bundesministeriums für Gesundheit überprüfbar machen müßte oder angeben, bei welchem Ausbildungsverein man seine psychologische oder psychotherapeutische Fachausbildung absolviert.

Der Leser ist daher darauf zurückgeworfen, sich sein freiwilliges und selbstverantwortetes Urteil zu bilden, ob es sich hier überhaupt um von der Sache her, in ihren Qualitäten, um Materialien für eine legitimierbare Fortbildung, Weiterbildung oder Ausbildung handelt, und wenn, auf welcher Schulstufe das Angebot zu interpretieren wäre, und wesentlich dazu, ob er die davorliegenden Schulstufen schon absolviert hat, um mit der jeweiligen Lektion einsichtsvoll umgehen zu können.

Eine derartige Bescheidenheit und eine derartige Ethik der Selbstverpflichtung zur Einsicht in das Psychische, ein derartig leidenschaftlich fasziniertes Interesse am Fach Psychologie, ist so selten wie das gleiche motivationale Phänomen in allen denkbaren anderen Wissensgebieten und speziell solchen, die als zumindest formalisierte Grundlage einer Berufstätigkeit fungieren. 99 Prozent sind Verkäuferinnen oder Kinderärztinnen, weil sie halt den Lebensunterhalt, wenn schon, dann mit einer Arbeit verdienen wollten, die ihnen noch am wenigsten zuwider ist unter den Möglichkeiten, die mit minimalem Einsatz offenstehen. Bei den Männern sind es 90 Prozent. Das ist zwar die übliche 10er-Potenz der Geschlechterdifferenzen, aber trotzdem im Vergleich zu den 100 Prozent der Berufstätigen eines Faches ein für viele Zwecke zu vernachlässigender Unterschied in der individuellen persönlichen Begeisterung, daraus in Motivation und Engagement, beginnend mit dem forschenden und selbstkritischen Lernen, in dem man Stufe um Stufe sich das nächsthöhere Verständnisniveau erringt.

Als ehemaliger Lehrtherapeut, Supervisor und Ausbildner in Klientenzentrierter Psychotherapie und personorientierter Beratung wie als ehemaliger Lektor am Institut für Medizinische Psychologie der Universität Wien hatte ich gottseidank den intimen und allerintimsten Einblick in die Phänomenologie des Lernens und Unterrichtens in den zwei paradigmatischen Helferberufen, die entweder als solche angegangen werden oder als Hilfsstruktur für die Berufung, nämlich den Heiler der körperlichen Krankheiten und den Seelsorger, der für das allem anderen übergeordnete Heil des Menschen als Individuum und Person sich engagiert. Je nachdem, ob es sich um ein starkes Karma als Rahmen und ein starkes Charisma als Orientierung handelt oder ob das an Ausgangsbedingung fehlt, beginnt und endet einer als Massenelement, aus dem die 90 oder 99 Prozent ausmachende Mehrheit besteht, oder als Ausnahmefall, aus welchen sich die Elite der 10 Prozent oder des einen Prozents sich, permanent einsichtssuchend, bildend bildet.

Als Leiter von Retreats, Seminaren und Wochengruppen zur Selbsterfahrung in Kreativer Tanztherapie und in den Verfahren körperzentrierter Psychotherapie als Schwerpunkte der Methodik wurde mir die Persönlichkeit der Helferberufsmitglieder zum Prozeß des Verstehens präsentiert und offenbart. Als Lehrer für den prämodernen hawaiianischen Musik- und Tanzstil des Hula Kahiko und als Lehrer für Tai Chi Chuan im gleichen organisatorischen Rahmen war mir die Einsichtsforschung zur Didaktik und Selbstdidaktik von Lehrer und Schülern auf der psychophysischen und soziopsychischen Identitätsgrundlage, die für Körperbewegungskunst und Stimmkunst ins Spiel kommt, unvermeidbar aufgedrängt. Gottseidank auch zusätzlich die, begegnete man ihr zum ersten Mal so eindrücklich, frappante Differenz darin, die zwischen den Geschlechtern zu beobachten ist.

Als Lehrer für Spiritualität praktizierte ich nichts anderes, als dem gemeinen Begriff Seelsorge direkt entspricht, das bedeutet, die selbststeuernde Dimension des Persönlichen, die geistige Identitätsgrundlage, auf der die Dimension des praktisch und pragmatisch denkenden Ichs seine Spielzüge auf dem Heldenparcours der existentialen Herausforderung setzt, zu begleiten und den Menschen darin zu führen – entsprechend den Lektionen und Schulstufen der Einsicht in die Meta-Identitäten und- Konfigurationen des Selbst und des Daseins, die ich, selber schon ausreichend bewältigt zu haben, glaubte oder zumindest hoffte.

Der sogenannte spirituelle Horizont oder nüchterner benannt, der „existentiale“, ist per Phänomen und Definition endlos und wie der des energetischen und materiellen  Universums als unendlich anzunehmen. Man lernt nicht nur nie aus, sondern man kann immer noch so gut wie gar nichts, man bleibt der sprichwörtliche ewige Anfänger und permanente Dilettant.

Verzichtet man auf die Ehrenbeleidigung dieser Sichtweise, eröffnet sich das Bewußtsein der damit gegebenen unbeschränkbaren Freiheit, das heißt, der Horizont dehnt sich in die unendliche Weite der Phänomene zugleich mit seiner Ausweitung in die Unendlichkeit und Grenzenlosigkeit des Betrachtens und Erkennens als Geschehen der spontanen Selbstoffenbarung aller Dinge.

In altkluger Zen-Stilistik ein Koan zur gefälligen Rochade der Prämissen, die man ohne Provokation nicht schon heute unternähme:

Wo bleibt da Platz für den Betrachter?

Die Reife für die Stufe 3 der Einsichtsschulung, die auf diesen Seiten hier implikativ unternommen wird, erkennt man daran, daß man obenstehende Aussagen als Thesen über den Menschen, das Sein und das Bewußtsein und die dafür verwendeten Begriffe als Subthesen und Prämissen, mit entsprechender selbstdisziplinierter Mühe im Studium verstehen kann oder – und anderes kann man allein nicht tun – glaubt, so zu verstehen, wie sie gemeint sind.

Die Absolvierung der dritten Schulstufe, als in der Analogie universitärem und akademischem Niveau entsprechende, also die Reife zum unabhängigen, eigenständigen Forschen und Lehren in der Einsichtspsychologie, ist dann manifest, wenn einer das oben Gesagte erkennt und intellektuell weiß, es handelt sich um konzeptuell korrekte phänomenologische Belehrung, und zugleich guten Mutes ist, im Laufe seiner wissenschaftlichen Forschungslaufbahn zur eigenen Erkenntnis des Gelehrten zu gelangen und sie in der parallelen Laufbahn als Wissenschaftslehrer für Studenten seines Fachs und als Coach für Dissertanten und junge Forscher als Orientierung zu vermitteln.

Die ausständige Provokation der präsumptiven Stigmatisierung der Hortkindereltern

Erinnern Sie sich, daß das glatte Verstehen der Lehrinhalte der 2. Schulstufe, denen diese Lektion oben zugeordnet wurde, den Schüler befähigt, die Lehrinhalte der 3. Schulstufe als verstehbar zu intuieren.

Wobei zu beachten ist, daß die Stufen der Fortgeschrittenheit hinsichtlich eines didaktisch brauchbaren Lehrplans auf zwei verschiedene Arten unterrichtet werden können, nicht nur auf die konsekutive im konkreten organisatorischen Sinn der physischen Orientierung in Zeit und Raum, an die wir kulturell im Bildungssystem gewöhnt sind.

Die parallele Präsentation der Inhalte der Stufe 2 und der Stufe 3 ist die Kunst, welche – in einer gewissen Annäherung – die Lehrer in der früheren einklassigen Volksschulen am Land entwickeln mußten, die – in direkter Entsprechung – in früheren und in heutigen nicht kapitaldemokratisch verfaßten Kulturen gang und gäbe war und noch teilweise ist, das selbstverständliche Faktum gezielt zu nützen, daß eine Aussage auf mehreren Ebenen und in mehreren, verschiedenen, einander ergänzenden oder vertiefenden und erweiternden, für didaktische Zwecke besonders fruchtbar, sogar in einander ausschließenden Bedeutungen aufgefaßt werden kann.

In der Literatur eine Binsenweisheit der Rezensenten, dort, wo es nicht vorgeblich um Unterhaltung sondern Wissenserwerb geht, schwerer als selbstverständlich vorauszusetzen.

Den Schnittbereich nehmen die religiösen Schriften ein, die der endlosen Exegese ausgesetzt werden, das nicht oder schon dürfen und sollen und müssen.

Da religiös nur eine Subkategorie zu spirituell ist, und spirituell eine Subkategorie zu psychisch und psychologisch und zugleich die höchste Plattform am Altarturm, von dem aus die Priester ihre Lehren verkünden und ihre initiatorischen Rituale der Gemeinde bieten, sei es im Selbstgespräch des Einzelnen oder im nicht nur vorgestellten sondern materiellen Raum der Wirklichkeit, existiert keine auf Einsicht beruhende Psychologie, die nicht apriori eine spirituelle wäre. Und es gibt kein nennenswert im Sinn von akademisch höheres Wissensniveau, sollte jemand diese Realisation auf der Ebene der Begrifflichkeit nicht vollziehen.

Das Schlüsselkind ist dem Alleinsein ausgesetzt, weshalb es lernt, allein mit der Erfahrung der Zeit, des Raums und der Phänomene darin zurechtzukommen. Wenn ihm das nicht durch die Verführung zur Ablenkung von der leidigen Erlebensqualität der drohenden Langeweile und der Einsamkeit erspart bleibt, was aber bedeutet, nicht von ihm gefordert ist.

Die Selbstständigkeit des Denkens, Fühlens, Wollens und Handelns wird ihm nicht zugemutet, es hat keinen Anreiz, auf den es mit der eingeborenen und alles angehenden Neugier und dem Optimismus der erwarteten Bemeisterung durch Ausprobieren und Üben, bis man’s gut kann, zu antworten, wenn es sich vor den Fernseher, die Videospielkonsole oder sonst einen Bildschirm setzen kann.

Ebenso hat das Hortkind die Chance zur Entwicklung einer tiefgreifenden Sebstständigkeit nicht, weil es ganz genauso an der Selbstverantwortung des Alleinseins ohne Ablenkung gehindert wird.

Ganz genauso geht es dem in „Module“ der Frühförderung per Ballett, Musikunterricht, Sprachunterricht, Nachhilfe, Sport und Spieldates vereinnahmten Kind der halbtags arbeitenden oder gar nicht berufstätigen Mutter, die es sich leisten kann, für die Kinder dazusein und das, entsprechend der Mode, mißbraucht zur Bastelei am Kind als Statussymbol für gutes Muttersein in Kombination mit am Puls der Zeit und entwicklungspsychologisch aufgeklärt.

Ideal für das Kind ist aber auch das Schlüsselschicksal ohne Ablenkung nicht, und zufriedener und fröhlicher ist das Hortkind meistens auch, weil seine emotionalen Spannungen durch das soziale Arrangement fortlaufend abbaubar sind.

Es ist nur ichstärker im Kern seines Selbst, aber nicht selbstsicherer im alltäglichen Verhalten, und außerdem vielleicht schüchtern, ungeschickt und gehemmt in der Gruppensituation der Gleichaltrigen.

Für den langen Rest seines Lebens ist es diese Art der Stärke des Ich, das selbstverständlich Selbstständige im Denken und Tun, das den Erwachsenen zu dem einem von Zehn, Hundert oder Tausend oder der zwei von Zehntausend werden läßt.

Das Schlüsselkind leidet mehr als das Hortkind. Daher wird es ichstärker als dieses.

Aus der Erinnerung an eine weitgehende Zufriedenheit als Kind und Jugendlicher läßt sich fürs Leben nichts gewinnen als der Optimismus, daß es nicht bei der miesen Stimmung einer Gegenwart bleiben wird. Aus der Erinnerung an die Einsamkeit, die alles durchdringt, braucht einer nichts zu gewinnen, weil er die miese Stimmung seiner Gegenwarten so lange untersuchen und aufzulösen versuchen wird, bis es ihm glückt.

Der Nebeneffekt solcher Bewältigungsnot und Bemeisterungshoffnung wird Reife genannt und das Erwerben von Weisheit. Welche wiederum alle erlauchten Geister preisen.

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