Auf Vorwürfe ist zu verzichten

Vorwürfe sind ein weiblicher Volkssport.

Mit ihnen wird derjenige vertrieben, der sie sich die längste Zeit geduldig angehört hat.

Du stehst in meiner Schuld, wirkt nicht unbegrenzt bindend.

Hat man sich erst einmal hinter den Vorwürfen verschanzt, richtet man es sich behaglich im geschützten Unterstand ein.

Man hat eine Position, und sie ist über jeden Zweifel erhaben.

Ein Stellungskrieg ist die logische Folge, den man durch den Rückzug des Gestellten gewinnt, der das Kriegsziel als der Mühe nicht mehr wert erkennt.

Eine Dreierbeziehung mit der Bitterkeit ist nicht jedermanns Sache.

Wenn einem die Romantik für Pathos und Drama abgeht, bleibt nur die Aussicht, die Gunst einer Bitteren zu genießen.

Möge sich das Bittere zum Bitteren finden, und der Mensch, der bei süßen Sinnen bleibt, seinesgleichen begegnen.

Aus der Bitterkeit fließt kein Nektar und duftet keine Blüte. Doch wozu hat man Geschmack und Geruch?

Nur der Duft lockt, nur der Nektar versüßt.

Die Verbitterung befriedigt den Stolz, nichts darüber hinaus. Verbittert bleibt man unbefriedigt.

Frieden gibt es erst, wenn man sich vom Vorwurf befreit hat.

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